Call for Papers „Spätbyzantinische Ornamente“

für die Sektion 12 „Spätbyzantinische Ornamente (13.-15. Jahrhundert): Überschreitung von Genregrenzen, Kulturgrenzen und Forschungsdisziplinen“ beim 4. Forum Kunst des Mittelalters in Berlin (20.-23. September 2017)

Alle Infos hier:
http://mittelalterkongress.de/…/call-for-papers—iv.-forum…

Organisation: Mary Jaharis Center for Byzantine Art and Culture, Brookline (MA)
Sektionsleitung: Antje Bosselmann-Ruickbie (Mainz)

Die Session richtet den Fokus auf die byzantinische Ornamentik, insbesondere ihre Rolle im Kontext mittelalterlichen Kulturtransfers. Die Zeit des 13. bis 15. Jahrhunderts eignet sich besonders für Untersuchungen zu Fragen der „Migration“ von Ornamenten, ihrer Adaption und Rezeption in verschiedenen Regionen sowie Konzepten des gegenseitigen Austauschs: Vor dem Hintergrund der Kreuzzüge und des damit einhergehenden westlichen „Einflusses“, intensiver diplomatischer Beziehungen und Handelskontakte in West und Ost, z.B. mit Venedig, Genua, Süditalien und Sizilien, aber auch christlichen und islamischen Reichen im Osten wie Bulgarien und Russland oder die Reiche der Mamluken und Mongolen, entstand ein Geflecht von Beziehungen, das auch in der Ornamentik seinen Niederschlag fand.
Diese Kontakte sind aus historischer oder kunsthistorischer Sicht teilweise durchaus gut erforscht, aber im Allgemeinen stellt die Ornamentik eine tiefgreifende Forschungslücke dar. Ornamente sind häufig als Randgebiet betrachtet und marginalisiert worden (vielleicht nicht zuletzt Adolph Loos‘ „Ornament und Verbrechen“ geschuldet). In der kunsthistorischen Forschung lag der Fokus vor allem auf ikonographischen Konzepten bzw. Stil- und Motivanalysen. Jedoch hat sich die Ornamentik als lohnenswertes Forschungsfeld hinsichtlich des Kulturtransfers erwiesen, da Ornamente weit verbreitet sind und simultan in verschie-denen Kunstgattungen wie geographischen Gebieten erscheinen, dabei sowohl geographische wie Genregrenzen überschreiten. In der Ornamentik kann sich eine überraschend unmittelbare Rezeption „fremder“ Elemente zeigen, da – anders als bei religiöser Ikonographie oder architektonischer Formen – meist keine ideologischen „Hindernisse“ vorlagen.
Erwünscht sind Beiträge aus allen Bereichen der spätmittelalterlichen Kunst, wobei die byzantinische Ornamentik den Ausgangspunkt für interdisziplinäre Fragen zur Überschreitung von Kultur-, Genre- und Disziplingrenzen bildet. Obwohl zunächst mobile Objekte wie Goldschmiedearbeiten, Textilien oder Buchmalereien für das Thema prädestiniert scheinen, soll auch und gerade ortsgebundene Kunst wie Architektur und Bauskulptur in der Session vertreten sein, da diese Gattungen spezifische Informationen wie Baudaten oder Lokalisierungen liefern können, die als Referenzen für Vergleichsobjekte dienen können.

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