Zum Zwecke der weiteren Harmonisierung der europäischen Hochschullandschaft sollen ab 2010 die Semesterzeiten verschoben werden (s.u.). Widerstand gegen diese Reform regt sich von verschiedenen Seiten - s. hierzu den FAZ-Bericht "Protest gegen Hochschulreform. Zum Schaden von Schule und Forschung". Die Konsequenzen für die Archäologien des Mittelmeerraums wären erheblich: Grabungskampagnen und Studienreisen könnten nicht mehr in klimatisch günstigen Zeiträumen durchgeführt werden, wenigstens nicht von Personen, die ein reguläres Lehrdeputat innehaben. Damit wäre ein weiterer Schritt getan zur Trennung von Forschung und Lehre.
Der von der Universität Konstanz ausgehende "Aufruf gegen die Verschiebung der Semesterzeiten in Deutschland" versteht sich fächerübergreifend und sei hiermit allen Kolleginnen und Kollegen zur Unterzeichnung dringend empfohlen.
Den Umfang der geplanten Reform können Sie folgenden Auszügen aus einer Stellungnahme der Präsidentin der HRK, Frau Margret Wintermantel, entnehmen:
"... Das bisherige Wintersemester wird in ein Herbstsemester umgewandelt. Das Herbstsemester beginnt am 1. September und endet am 28. Februar des Folgejahres (Semesterzeit). Die Vorlesungszeit, d.h. die Kernzeiten der Lehrveranstaltungen, soll grundsätzlich am ersten Montag des Septembers beginnen und in jedem Fall spätestens Mitte/Ende Januar enden. ..."
"... Das bisherige Sommersemester wird in ein Frühjahrssemester umgewandelt. Das Frühjahrssemester beginnt am 1. März und endet am 31. August (Semesterzeit). Die Vorlesungszeit beginnt grundsätzlich am ersten Montag des März und soll spätestens Ende Juni enden. ..."
Die HRK nennt als zentrales Argument zugunsten der Reform die Erleichterung des Universitätswechsels von Studierenden auf europäischer Ebene.
(Quelle: Margret Wintermantel, International anpassen. Warum die HRK die Vorlesungszeiten ändern will, Forschung & Lehre 3/08, 164-166)
Georg-D. Schaaf