Offener Brief: Hagia Sophia

Die Entscheidung des Obersten Verwaltungsgerichts der Türkei, der Hagia Sophia in Istanbul den Status eines Museums, den es seit dem Dekret Atatürks, des Gründers der modernen Türkei, aus dem Jahr 1935 besaß, zu entziehen, hat in der Öffentlichkeit gemischte Reaktionen ausgelöst. Abseits aller politischen und religiösen Konnotationen gilt es, bei der Bewertung des besorgniserregenden Vorgangs Augenmaß zu bewahren.

Unbestreitbar ist, dass die profane Nutzung der Hagia Sophia einen kulturgeschichtlichen Stellenwert verliehen hat, den die Weltöffentlichkeit ebenso wie große Teile der türkischen Bevölkerung anerkannt haben. Der wissenschaftlichen Gemeinschaft bot sich auf diese Weise die Möglichkeit, den Bau zu erforschen und sich für seinen Erhalt einzusetzen.

Auch in Zukunft muss es darum gehen, den Charakter des spätantiken Bauwerks mit all seinen späteren Veränderungen zu bewahren und interessierten Besuchern aus aller Welt wie auch der internationalen und türkischen Wissenschaft einen ungehinderten Zugang zu ermöglichen.

Zu all dem hat sich die Republik Türkei verpflichtet, als die Hagia Sophia 1985 in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen worden ist. Wir ersuchen die Zuständigen in der Türkei, auf die Einhaltung dieser Zusagen zu achten.

Für die Arbeitsgemeinschaft Christliche Archäologie im August 2020
gez. der Vorstand

Prof. Dr. Ute Verstegen,
Erste Vorsitzende

Prof. Dr. Gunnar Brands
Zweiter Vorsitzender

[Engl.]
The recent decision of the Turkish Supreme Administrative Court to with-draw the status of a museum from Istanbul’s Hagia Sophia, conferred to the building by the founder of the Republic of Turkey, Mustafa Kemal Atatürk, in 1935, has evoked mixed reactions of the global public. Not-withstanding political and religious connotations, the alarming process has yet to be evaluated with a sense of proportion. Undeniably, the profanation of Hagia Sophia has contributed to a great extent to confer an emblematic cultural significance to the building, which was and still is explicitly recognized by both the international community and the Turkish population. Thus, for decades the scientific community was enabled to investigate the unique building and to engage in its preservation. Looking at the future, the main concern must be to preserve the character of the early byzantine monument including alterations that emerged over time. That includes the accessibility of the building for the general public and, even more important, unrestricted access for the international and turkish scholarly community.
When the Hagia Sophia was included in the UNESCO World Heritage List in 1985, the Republic of Turkey committed to provide its cultural preservation and physical safeguarding. We urge the Turkish government and the relevant Ministeries to ensure and to monitor the integrity of the building.

[Türkçe]
Türkiye Yüksek İdari Mahkemesi’nin yakın zamanda almış olduğu İstanbul’daki Ayasofya’nın, 1935’te Türkiye Cumhuriyeti’nin kurucusu Mustafa Kemal Atatürk tarafından verilen, müze statüsünden düşürülme kararı global olarak çeşitli tepkiler uyandırdı. Politik ve dinsel çağrışımlarına rağmen, endişe verici süreç, muhakeme yetisi ile değerlendirmeye tabi tutulmuştur. İnkar edilemeyecek bir şekilde, Ayasofya’nın kutsallığına yapılan saygısızlık, yapının kültürel sembolik anlamının geniş kapsamlı bir olarak değerlendirilmesine sebebiyet vermiştir ki yapı hala açık bir şekilde hem uluslararası hem de Türk toplumu için önem taşımaktadır. Bu sebeple deonyıllar boyunca bilimsel cemiyetin eşsiz yapıyı araştırması ve korunmaya yönelik çalışmalar yapması geçerli kılınmıştır.Geleceğe bakılacak olunursa, ana kaygı, zaman içerisinde değişimlere de uğrayarak korunmuş olan eski Bizans zamanını yansıtan anıtın korunmasıdır. Bu korunma, binanın genel topluma açık olmasını ve daha da önemlisi uluslararası ve Türk akademik cemiyetinin kısıtsız erişimini de içermektedir.
1985’te Ayasofya UNESCO’nun dünya miras listesine girdiğinde, Türkiye Cumhuriyeti, yapının kültürel korunmasını ve fiziksel güvenlik korunmasını taahhüt etmiştir. Türk hükümetine ve bağlı bakanlıklarına, yapınınbütünlüğünün gözlemlenmesini temine etmesini ısrarla tavsiye ederiz.

Racta II – 2021 in Rom

Racta II (Zweites Internationales (Doktoranden-) Kolloquium für Christliche Archäologie) wird vom 1. bis zum 3. Februar 2021 in Rom stattfinden.

Vorschläge für Vorträge können bis zum 6. November 2020 eingereicht werden.

Alle weiteren Informationen hier:
https://dottorandipiac.wixsite.com/dottorandipiac

Online Workshop zu den Säulenmonumenten Konstantinopels

Am 13. November veranstaltet die Abteilung für Byzantinische Archäologie der Universität Freiburg einen Online Workshop zu den Säulenmonumenten Konstantinopels mit Vorträgen von Elena N. Boeck (Chicago), Jesko Fildhuth (Freiburg), Robert G. Ousterhout (Philadelphia), Carey Thompson Wells (New York) and Pelin Yoncaci-Arslan (Ankara). 

Anmeldung via Mail an: hiwi@archaeologie.uni-freiburg.de
Weitere Informationen finden Sie hier: www.byzanz.uni-freiburg.de

Ausstellung „Über Dich freuet sich die ganze Schöpfung“ in Recklinghausen

Die aktuelle Ausstellung in der Kunsthalle Recklinghausen (in Zusammenarbeit mit dem Ikonenmuseum Recklinghausen) präsentiert die Sammlung ostkirchlicher Kunst von Dr. Reiner Zerlin in ihrer Gesamtheit.

Alle weiteren Informationen HIER!

CfP für den Workshop „Materiality and Conversion“

Call for Papers für den Workshop „Materiality and Conversion. The Role of Material and Visual Cultures in the Christianization of the Latin West“, der vom 30.11. bis 1.12.2020 in Brno/Tschechien stattfindet.
Einsendeschluss ist der 30.5.

Alle weiteren Informationen HIER!

SoSe 2020: AGCA Online-Ringvorlesung

„Christliche Archäologie“ oder „Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte“ ist ein sogenanntes „Kleines Fach“ in der deutschsprachigen Hochschullandschaft.

Im „Corona“-Sommersemester 2020 haben sich die Fachvertreterinnen und Fachvertreter unter dem Titel „Meet the Experts“ zu einem innovativen Experiment zusammengeschlossen, um deutschlandweit im Rahmen einer gemeinsamen Vorlesungsreihe das weite Spektrum an Forschungsthemen aufzuzeigen, für das sie Expertise besitzen. Organisiert wird diese Vorlesungsreihe von der Fachgesellschaft, der „Arbeitsgemeinschaft Christliche Archäologie zur Erforschung der spätantiken, frühmittelalterlichen und byzantinischen Kultur e.V.“ (AGCA).

Die Reihe enthält zwei Formate: „Lebenswelten der Spätantike“ und „Lebenswelten in Byzanz“. Die Studierenden können sich darauf freuen, ganz ohne Wechsel des Hochschulstandorts diejenigen Forscherpersönlichkeiten kennenzulernen, deren Namen sie aus der wissenschaftlichen Literatur kennen – hier kommen sie von Rom bis Göttingen und von Trier bis Wien per Video zu ihnen nach Hause!

Hier der Trailer:

„Meet the Experts – Lebenswelten der Spätantike 2020“ – zu dieser Reihe geht es HIER!

„Meet the Experts – Lebenswelten in Byzanz 2020“ – zu dieser Reihe geht es HIER!

(Wenden Sie sich bitte an die Lehrenden, falls für einzelne Beiträge Zugangsdaten benötigt werden!)

Am 6. Mai: „Byzantine Talks“ digital

Forschungskolloquium mit Evan Freeman und Leslie Brubaker, veranstaltet vom DFG-Graduiertenkolleg 2337 „Metropolität in der Vormoderne“ an der Universität Regensburg.

Gäste sind herzlich willkommen und können gerne am ZOOM-meeting teilnehmen! Besprechungs-ID: 913-4275-6362 | Passwort: 090295

Alle weiteren Informationen HIER!

Ab sofort: Reihe „Byzanz zwischen Orient und Okzident“ im Open Access

Als Reaktion auf die Pandemie sind nun alle Bände der Reihe „Byzanz
zwischen Orient und Okzident“ unverzüglich im Open Access zugänglich.

Hier alle weiteren Informationen: https://www.byzanz-mainz.de/aktuelles/b/article/byzanz-zwischen-orient-und-okzident-forschungsergebnisse-jetzt-vollstaendig-im-open-access/